Infocus: GROSS druckart

Die Charmeoffensive

In der Druckerei GROSS DruckArt ist vieles anders. Das Vater-Tochter-Tandem hat z.B. immer gern die neueste Technik im Haus, zuletzt eine UV-Plattendruckmaschine Mimaki JFX500-2131

GROSS Druckart
Zufrieden: (von links) Peter Schneider, Sales Executive Hardware Spandex/Brunner, Marina Kellermann und Vater Jürgen Groß bei der Übergabe der neuen Mimaki JFX500-2131.

Marina Kellermann ist ein Ausbund an Fröhlichkeit. Wer der Juniorchefin und Tochter des Firmengründers Jürgen Groß begegnet, der spürt sogleich, dass sie liebt, was sie tut. Man hat davon gehört, dass die Töchter in den mittelständischen Familienunternehmen auf dem Vormarsch sind, dass sie nicht so leicht in Konkurrenz zum Vater gehen und ihm Respekt und Wertschätzung entgegen bringen. Hier ist es tatsächlich der Fall. Doch der Reihe nach.

Jürgen Groß (Jg. 1953) entstammt einer alten Winzerfamilie aus dem Markgräflerland im äußersten Südwesten Deutschlands. Er konnte gut zeichnen und interessierte sich für Kunst und lernte deshalb Ende der Sechziger Jahre bei der Firma Werbe Blum in Karlsruhe Siebdrucker. Dieser Neigung, insbesondere der Liebe zur Fotografie, ist Jürgen Groß bis heute treu geblieben. Damals, 1972, direkt nach der Gesellenprüfung, nahm er sein berufliches Schicksal sofort in eigene Hände. Der Wunsch nach Selbständigkeit und nach Freiheit war stark. Er baute sich einen einfachen Handtisch und eröffnete sein eigenes Fotostudio mit Siebdruckerei.

Nun, Jürgen Groß war gerade 19 und Meister schon mal gar nicht. Dafür war der junge Drucker umso cleverer. Er stellte einen Siebdruckmeister ein und sorgte für Wachstum. 1992 bezog das Unternehmen ein Betriebsgelände mit 1.200 qm Produktionsfläche in Rheinstetten unweit von Karlsruhe, in dem es bis heute ansässig ist. Hier hat Jürgen Groß vier Siebdruckstraßen mit automatisierter Druckformherstellung aufgebaut, auf denen unter anderem viele Jahre lang City-Light-Plakative liefen. Dann begann der Digitaldruck den Siebdruck zu verdrängen und Jürgen Groß musste sein Unternehmen praktisch neu erfinden.

Zwei Generationen

Der Wandel von der Siebdruckerei zu GROSS DruckArt ging einher mit dem Eintritt der Tochter. Marina Kellermann hatte 2004 ihre Ausbildung zur Mediengestalterin in einer Werbeagentur abgeschlossen und stieg in den väterlichen Betrieb mit dem Vorsatz ein, ihn später auch zu übernehmen. Seither sind Vater und Tochter ein Herz und eine Seele. Die Zusammenarbeit funktioniert (fast immer) sehr gut. Sie teilen die Leidenschaft für den Beruf, den Betrieb und kreative Ideen.

In ihrem Unternehmen ist alles ein bisschen bunter, ein bisschen netter als anderswo. Im Showroom lädt eine Bambusbar zum Verweilen und eine Fotoausstellung von Jürgen Groß zum Betrachten ein, kein Wunder, dass sich viele Künstler bei GROSS DruckArt wohl fühlen und zu den Stammkunden zählen. Diese kommen zumeist aus der Region, GROSS DruckArt beliefert aber auch internationale Kunden, etwa einen renommierten spanischen Kosmetikkonzern und ein Consulting-Unternehmen, für das Jürgen Groß auch schon mal eilige Druckdummys persönlich nach Toronto gebracht hat. Zudem arbeitet das 7-köpfige-Team in Rheinstetten mit vielen Offsetdruckereien im Umkreis gut zusammen und veredelt deren Druckjobs im Siebdruck mit Spezialeffekten wie UV-Lack, Relieflack und Glitter.

GROSS Druckart

Mimaki Digitaldruckpartner

Mit Marina Kellermann kam auch der Digitaldruck ins Haus und wurde immer wichtiger. Die Palette der Anwendungen wuchs mit den verbesserten Möglichkeiten der Maschinen. Die junge Chefin kennt jede einzelne ganz genau und kann sie auch bedienen. Jedes neue Gerät wird auf Herz und Nieren getestet und alle Möglichkeiten ausprobiert, auch Wartungs- und Reparaturarbeiten erledigt das Vater-Tochter-Gespann selbst.

Die erste Digitaldruckmaschine war eine Mimaki JV3, zwei weitere Mimaki JV5 und JV34 mit 2,60 m Breite und ein Schneideplotter von Mimaki kamen alsbald hinzu. Von ihrer ersten UV-Plattendirektdruckmaschine eines anderen Anbieters, trennten sie sich im Herbst 2013, da die Funktionsweise, sowie der Service des Herstellers nicht Ihren Vorstellungen entsprach. Für Marina Kellermann, die die solide Verarbeitung und einfache Bedienbarkeit der Mimaki-Maschinen über die Jahre schätzen gelernt hat, stand sogleich fest, dass sie nun eine UV-Plattendruckmaschine von Mimaki haben wolle.

Brunner/Spandex, der Vertriebspartner des japanischen Herstellers, lud das Tandem in seine nur 50 km entfernte Deutschlandzentrale in Achern ein und führte den superbreiten UV-Flachbettdrucker mit LED-Härtung JFX500-2131 live vor. Das Druckergebnis mit ihren Daten, die Wirtschaftlichkeit, die Verarbeitungsqualität sowie der Service überzeugten Vater und Tochter und das neue Flaggschiff wurde im Dezember 2013 bestellt.

Groß und größer

Im Februar 2014 war es dann soweit. Ein Brunner/Spandex-Team und Mimaki-Spezialisten installierten die Mimaki JFX500-2131 bei GROSS DruckArt. Dazu musste sie teilweise zerlegt und wieder zusammengebaut werden. Das ist ein Vorteil, um die Maschine auch in kleinen Räumen aufstellen zu können. Innerhalb weniger Tage war die Maschine betriebsbereit. Mimakis Software RasterLink und das Bedienkonzept waren bekannt und so konnte nach einer Kurzeinführung sofort losgedruckt werden.  Seither läuft die Mimaki wie ein Uhrwerk.

„Die Maschine passt aufgrund der Druckgeschwindigkeit und der exzellenten Qualität genau zu GROSS DruckArt, das großen Wert auf eine ansprechende und natürliche Farbwiedergabe legt“ erklärt Peter Schneider, Sales Executive Hardware bei Brunner/Spandex, der das Projekt von A bis Z begleitet hat.

Marina Kellermann erläutert: „Unsere Arbeitsabläufe haben sich mit der Mimaki

JFX500 enorm verbessert. Die Produktion ist viel einfacher und zuverlässiger. Die vielen Möglichkeiten, Positionierungsanschläge anzubringen, oder auch einfach nur mit Anlegelinealen zu arbeiten, hat die Arbeit um ein vielfaches leichter gemacht.“ „Nicht zu vergessen das doppelte Format “, ergänzt ihr Vater.

Tatsächlich verfügt die Maschine über eine Arbeitsfläche von 2,1 x 3,1 m und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 60 qm/h im CMYK-Modus oder 45 qm/h beim Druck mit weißer Tinte. Dies ermöglichen sechs neu entwickelte Piezo-Druckköpfen mit je 1.280 Düsen sowie eine neue LED-Aushärtungseinheit, die laut Mimaki nicht nur langlebiger ist, sondern auch zu einem niedrigeren Energieverbrauch und einer geringeren Trocknungstemperatur beiträgt, wodurch dünnere und hitzeempfindlichere Substrate verarbeitet werden können.

GROSS DruckArt hat beispielsweise Lupen-Cards aus Linsenfolie, ein Give-Away mit Aha-Effekt, mit der Maschine hergestellt. Die Badener nutzen die Möglichkeiten der Mimaki voll aus und produzieren mit ihr vielfältige Anwendungen wie Plexiglasbilder, Aufkleber, Prototypen für Verpackungen oder Displays sowie Bilder namhafter Künstler, die es besonders zu schätzen wissen, das der Flachbettdrucker Weißdrucke und eine Bildqualität mit besonders hoher Auflösung liefert. Das Gerät kann tatsächlich dank Mimakis „Intelligent Microstepping System“ und drei verschiedenen Tropfengrößen Schriften ab einer Versalhöhe von nur zwei Punkt gut lesbar reproduzieren.

Ein weiterer Vorteil des Geräts ist die Flexibilität in Punkto Tinten. Der Flachbettdrucker kann sowohl mit den neuen LUS-150-Tinten als auch den vierfarbigen, harten LH-100-Tinten ausgestattet werden. Das passt Vater und Tochter hervorragend ins Konzept, schließlich war die Variabilität der Maschine und damit die Möglichkeit, die verschiedenartigsten Druckjobs umzusetzen, Hauptgrund für die Anschaffung. Marina Kellermann, die Frohnatur, bringt es so auf den Punkt: „Mit unserer neuen Maschine können wir unserem Namen noch mehr Ehre machen – GROSS noch größer.“