Farbstandardisierung im digitalen Textildruck – Mimaki unterstützt aktuelle Forschung der Fogra

Von Monika Lohmaier (Fogra) und Fumi Machida (Mimaki Deutschland)

Fashion, Sport, Heimtextil, Werbung – Aktuell verbreitet sich der digitale Textildruck auf verschiedenen Märkten. Der Begriff ist schwierig in einem Wort zu erklären, denn bei der Anwendung kann zwischen natürlichen und synthetischen Textilien sowie den dazu passenden Inkjet-Tinten gewählt werden.
Die Erstellung der Designs aus gängigen Adobe-Programmen resultiert in Datenbeständen, die meist im sRGB oder AdobeRGB-Farbraum angelegt sind. Sie sind im Vergleich zu typischen textilen Musterfächern oder praxisüblichen Digitaldruck-Farbumfängen viel zu groß. Dies führt zu zeit- und kostenintensiven, meist iterativen Farbanpassungen bei den vorwiegend kleinen und mittleren Druckdienstleistern.

Hier hat das Forschungsinstitut für Medientechnologien (Fogra) es sich zur Aufgabe gemacht, einen passenden RGB-Arbeitsfarbraum für den digitalen Textildruck zu entwickeln und ein Standardisierungskonzept zu konzipieren, das in eine neue ISO-Norm mündet. Das Forschungsprojekt heißt “Verbesserung der Farbstandardisierung im digitalen Textildruck” und trägt die Kurzbezeichnung “TextileRGB”. FOGRA58 lautet der neue Arbeitsfarbraum. Die Beta-Version ist bereits als Zwischenergebnis downloadbar.

(Abbildung: FOGRA58 als Austauschfarbraum zwischen Design sowie Druck und Prüfdruck ermöglicht eine optimale Farbvorhersagbarkeit im Digitaldruck und erleichtert so die Farbkommunikation textiler Workflows. ©Joe Tschudi, Tschudi Software Technology)

Was Mimaki TS300P-1800 leistet

Für die Forschung bot Mimaki den Sublimationsdrucker TS300P-1800 an.
Das 1,8m breite Gerät ist mit OEKO-TEX zertifizierten Sublimationstinten ausgestattet und eignet sich für den Transferdruck auf polyesterbasierten Stoffen. Etabliert hat sich der Drucker bereits unter verschiedenen Produzenten von Soft Signage, (Sport)Mode bis hin zu Werbeartikeln.
Und welche Rolle spielt Mimaki TS300P-1800 im Forschungsvorhaben? Dank der Farbstabilität des Druckers können andere Einflussmöglichkeiten wie die Farbmessung und verschiedene Ansteuerungen, d.h. mit unterschiedlichen Software- und Hardwareeinstellungen wie Auflösung und Einsatz von Light Color Tinten, untersucht werden. Ziel der Fogra ist es den Anwendern ein „Best Practice“ im Textildruck zur Verfügung zu stellen, u.a. durch ein neues Kapitel im PSD (Process Standard Digital)-Handbuch der Fogra.
Auch beim Feintuning von FOGR58 kommt der Drucker zum Einsatz, um einen Austauschfarbraum zu schaffen, der gängige Materialkombinationen aus Textilen und Textiltintentypen wie Disperse, Pigment, Reactive, Acid und Dye Sublimation bestmöglich abdeckt.

Die Zukunft wird bald Gegenwart

Das im Herbst 2020 angefangene Forschungsprojekt endet in diesem Sommer. Der Farbraum wird wie andere standardisierte Farbräume über die Fogra-Website frei verfügbar sein. Angestrebt ist auch eine weite Verbreitung durch Vorinstallation in Programmen zur Ansteuerung des Druckers, z.B. Mimaki RasterLink oder InEdit.
Die Reduzierung der Abstimmzeit durch den TextileRGB-Arbeitsfarbraum wird von den im projektbegleitenden Ausschuss (PA) befragten Experten auf ca. 50 % geschätzt.

(Foto von links: Dr. Eduard Neufeld – Institutsleiter Fogra, Hisashi Takeuchi – Geschäftsführer Mimaki Deutschland GmbH)